


Ich habe jetzt mal alles gestrichen bis zu dem Zeitpunkt der ersten Begegnung. Also klassisch nach der Virtuellen Romanwerkstatt. Das ist nicht das, was Gwen Hayes vorgibt.
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1. Kapitel
1. Beat
„Was tun Sie da?“
Eine Stimme, die mir durch und durch ging, sprach mich von hinten an, als ich mein Equipment wieder in den Koffer packte, nachdem ich es benutzt hatte.
Ich war zu lange darauf trainiert, bei plötzlichen Ereignissen nicht zusammenzuzucken, um es jetzt zu tun. Ganz gelassen steckte ich das kleine Gerät an seinen Platz, richtete mich dann erst auf und drehte mich zu der Stimme um.
„Wer sind Sie?“, fragte ich zurück, obwohl ich sie im selben Moment erkannt hatte.
Im Gegensatz zu den geschönten Fotos, die ich von ihr kannte, strahlte sie jedoch etwas Müdes und Angestrengtes aus. Jeans und T-Shirt, flache Schuhe, eine Sonnenbrille, die sie immer noch trug, obwohl hier im Hotelzimmer gar keine Sonne schien. Als ob sie sich dahinter verstecken wollte.
„Das ist ja wohl –“ Ihre Backen bliesen sich wie Fußbälle auf. „Was haben Sie hier zu suchen? In meiner Suite? Ich rufe sofort den Sicherheitsdienst!“
„Ich bin der Sicherheitsdienst“, sagte ich. „In gewisser Weise.“
„In gewisser Weise? Was soll das heißen?“ Ihre Hand streckte sich nach dem Haustelefon aus, mit dem sie sofort eine Verbindung zur Rezeption herstellen konnte. In der anderen hielt sie ihr Handy, aber das hätte länger gedauert.
„Das soll heißen“, erklärte ich langsam, „dass ich nicht der Sicherheitsdienst des Hotels bin, wohl aber Ihr persönlicher Sicherheitsdienst. Ich bin Cat Schreiber.“
Einen Sekundenbruchteil überlegte ich, ob ich ihr die Hand hinstrecken sollte, aber ihre beiden Hände waren eigentlich belegt. Darüber hinaus wusste ich nicht, ob sie mir ihre Hand überhaupt geben würde.
Ihre Stirn runzelte sich. „Cat Schreiber? Sagt mir nichts.“
„Sicherheitsagentur Wischnewski“, erläuterte ich ruhig. „Manfred Wischnewski. Das ist mein Chef, könnte man so sagen. Wahrscheinlich haben Sie mit ihm zu tun gehabt.“
Sie zuckte die Schultern. „Ich habe mit niemandem zu tun gehabt. Das macht alles mein Management.“ Sie ging zu einem Sessel hinüber und warf den kleinen Rucksack, den sie in der Hand gehalten hatte, darauf. „Das heißt also, Sie sollen mich hier in diesem Kaff beschützen?“, bemerkte sie währenddessen beiläufig. „Wegen der Drohbriefe?“
Ich nickte. „So hat man es mir gesagt.“
„Ich weiß nicht, warum sich alle so darüber aufregen.“ Ihr Gesichtsausdruck wirkte äußerst gelangweilt. „Meine Fans sind eben manchmal etwas … anhänglich. Aber sie tun mir doch nichts. Das ist alles völlig überflüssig.“
„Offensichtlich sieht das Ihr Management nicht so“, erwiderte ich. „Sonst hätten sie mich nicht engagiert.“
Sie winkte ab. „Ach, die sind einfach immer überängstlich. Ich bringe ihnen eine Menge Geld ein, und das wollen sie nicht verlieren.“
Unverkennbar hatte sie eine sehr realistische Einstellung zu ihrem Beruf.